
Die Thematik ist nicht neu, seit Jahren haben die grün-weißen Fußballanhänger das unbestimmte Gefühl, die örtliche Lokalpresse behandelt den VfB Lübeck äußerst „stiefmütterlich“. Doch woher resultiert dieses Gefühl?
Als örtliche Tageszeitung muss man doch annehmen, dass die ortsansässigen Sportmannschaften im Fokus der Berichterstattung stehen und dass es auch das Interesse der Lokalzeitung sein müsse, dass diese Mannschaften zum einen möglichst erfolgreich spielen und dies zum anderen auch noch vor einem möglichst großen Publikum. Je mehr Zuschauer die Spiele des VfB Lübeck verfolgen, desto mehr Interesse besteht auch an der örtlichen Berichterstattung in der Tageszeitung – eine absolute „win-win-Situation“ für beide Seiten. Hinzu kommt, dass die Lübecker Nachrichten sogar Sponsor beim VfB Lübeck sind (Club-Sponsor). Sinn des Sponsorings ist es, dass möglichst viele Personen die angebrachte Werbung sehen, um so auf das Produkt aufmerksam zu werden. Eine Weisheit, die bei den Lübecker Nachrichten bisher scheinbar nicht angekommen ist.
Anders lässt sich die kümmerliche Berichterstattung zum VfB Lübeck leider nicht erklären!
Hört man sich außerhalb der üblichen grün-weißen Anhängerschaft im Raum Lübeck um, fällt auf, dass noch immer viele Lübecker von den positiven Entwicklungen des VfB Lübeck der letzten Jahre kaum Kenntnis genommen haben. Man wird noch immer auf die Themen „Molle Schütt“, „Insolvenz“ usw. angesprochen, leider jedoch nicht auf die gegenwärtige Situation. Woran liegt das? Die Lübecker Nachrichten werden behaupten, der VfB Lübeck transportiere seine neuen Werte nicht ausreichend bzw. vermarkte sich schlecht. Wir sagen, kein Verein der Welt kann solch´ eine Wirkung in der Öffentlichkeit erzielen wie die ortsansässige Tagespresse! Und eben diese Tagespresse hat es bisher nicht geschafft, dem VfB Lübeck beim Transportieren seiner neuen Werte zu helfen bzw. neues „Feuer für den VfB Lübeck zu entfachen“. Diese Erkenntnis lässt sich an vielen Beispielen belegen, das Beispiel der Berichterstattung dieser Woche nennen wir mal exemplarisch:
Der VfB Lübeck spielt eine überragende Saison, steht mit ganz geringen finanziellen Mitteln auf einem fantastischen zweiten Tabellenplatz und kann es beim Spitzenspiel gegen Chemnitz tatsächlich schaffen, wieder in Schlagdistanz zum Spitzenreiter zu gelangen. Die Mannschaft ist seit 14 Spielen ungeschlagen, spielt einen herzerfrischenden Fußball und all das, obwohl der VfB Lübeck nur vergleichsweise geringe Gehälter zahlen kann. Dies alles ließe sich hervorragend über die Tagespresse transportieren, doch welche Überschriften und Inhalte wählten die Lübecker Nachrichten diese Woche?
- Dienstag:
„2:0 – VfB mit breiter Brust ins Topspiel gegen Chemnitz“ (Berichterstattung zum Spiel in Wilhelmshaven, im letzten Absatz wird noch kurz auf die Aktion „5.000 und Du“ hingewiesen)
- Mittwoch:
„Chemnitzer FC reist mit viel Respekt nach Lübeck“ (Berichterstattung zum Gegner)
- Donnerstag:
„VfB vs. Chemnitzer FC: Randale, Kruppke und ein Phantom“ (Aufarbeitung alter Duelle und Negativwerbung in Form der Überschrift „Randale“, welche auf einem über 15 Jahre alten Vorfall basiert)
Sieht so die Unterstützung eines Vereins aus? Sind die Lübecker Nachrichten mit dieser Berichterstattung wirklich der Meinung, sie würden dem VfB Lübeck helfen? Mobilisiert man so die Massen? – Keiner verlangt von den Lübecker Nachrichten eine geschönte Berichterstattung, aber zumindest könnte man erwarten, dass die Lübecker Nachrichten den „Ball aufnehmen“, der ihnen zugespielt wird (um in der Sprache des Fußballs zu bleiben) und nicht, dass man den Ball „abgrätscht“, indem man dem neutralen Zuschauer Angst macht („Randale“) – Vorfreude, Lokalpatriotismus, das Erleben eines Großereignisses („5.000 und Du“) sollte eher vermittelt werden!
Der VfB hat seine Hausaufgaben gemacht: Die neue Vereinsführung arbeitet akribisch und wirtschaftet nur mit den Geldern, die auch zur Verfügung stehen, die Geschäftsstelle arbeitet emsig an der Umsetzung des Mottos „5.000 und Du“, die Fanszene verhält sich seit langer Zeit vorbildlich, die Mannschaft spielt und kämpft herzerwärmend, was erwarten die Lübecker Nachrichten noch mehr? Worauf wartet man? Wann erkennen die Journalisten endlich Ihren Part in der Erfolgsgeschichte VfB Lübeck?
Es wird Zeit, dass sich die Lübecker Nachrichten Ihres Anteils bewusst werden und den Ball aufnehmen...
Grün-weiße Grüße
Fankreis VfB Lübeck

