Schleswig-Holstein kickt fair – sofern es dem SHFV genehm ist
Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband wirbt mit seiner groß angelegten Marketing-Kampagne dafür, dass „Toleranz, Weltoffenheit und Fairness weiterhin Markenzeichen des Fußballsports in Schleswig-Holstein bleiben“. Nur, was steckt hinter diesen schönen Worten? Wie definiert der Verband Fairness?
Aus Anlass des anstehenden Pokalfinals zwischen dem VfB Lübeck und der KSV Holstein wendet sich der Fankreis VfB Lübeck mit dem folgenden Brief an den Präsidenten des SHFV, Herrn Hans-Ludwig Meyer (Kontaktdaten: http://www.shfv-kiel.de/fussball/impressum.html):
Sehr geehrter Herr Meyer,
das Pokalfinale des SHFV-Lotto-Pokals steht seit dem 13.04.2010 fest: Der VfB Lübeck trifft im Endspiel auf die KSV Holstein. Die zwei stärksten Mannschaften des Bundeslandes duellieren sich im Endspiel, rein sportlich gesehen somit das bestmögliche Endspiel für den SHFV.
Wer nun jedoch erwartet, dass das Pokalfinale im Stadion des klassennieder spielenden Vereins stattfinden würde, so wie es langjährige Pokaltradition ist, muss sich in der Saison 2009/2010 eines Besseren belehren lassen:
Der SHFV hat in seiner Beiratstagung am 26.02.2010 mehrheitlich (nicht einstimmig!) beschlossen, dass das Pokalfinale „an einem festen Spielort in Schleswig Holstein, grundsätzlich in Kiel“ stattfinden soll. Grundlage dieser Entscheidung sei der einstimmige Beschluss auf der Herbstbeiratstagung am 14.11.2009, dass das SHFV-Pokalfinale an einem „zentralen Ort in Schleswig-Holstein“ stattfinden soll. Diverse Vereinsvertreter von Vereinen, die in den niedrigeren Spielklassen ansässig sind, haben laut Presse (u.a. Lübecker Nachrichten, Nord-Sport) ihren Unmut darüber geäußert, leider ohne Reaktion seitens des SHFV.
Es wurden vom SHFV folglich während des laufenden Wettbewerbs die Pokalbestimmungen geändert. In den Lübecker Nachrichten vom 15.04.2010 werden Sie jedoch mit den folgenden Worten zitiert: „Vor dieser Saison, wir haben beim Staffeltag, an dem auch Timo Neumann vom VfB teilnahm, die Veränderungen bekannt gegeben.“
Ist dieses Zitat korrekt? Sollte dies der Fall sein, so verwundert eine solche Aussage in Anbetracht der o.g. Tagungsbeschlüsse. Man könnte zu der Vermutung kommen, dass Sie hierbei bewusst die Unwahrheit gesagt haben!
Die einseitige Bevorteilung der KSV Holstein durch die Tatsache, dass sie – unabhängig von der tatsächlichen Spielklasse der eigenen Mannschaft – zukünftig immer Heimrecht im Pokalendspiel haben soll (sofern sie sich für das Finale qualifiziert), ist nicht vereinbar mit dem Slogan „Schleswig-Holstein kickt fair!“ Hier wird entweder bewusst ein Verein in Schleswig-Holstein gefördert, oder aber es wird dieser Vorteil zumindest sehenden Auges zugelassen. Ist das sportliche Fairness?
Können Sie unter dem Motto „Schleswig-Holstein kickt fair“, mit dem man sich u.a. dafür ausspricht, dass „Fairness weiterhin Markenzeichen des Fußballsports in Schleswig-Holstein bleiben“ soll, die Veränderung der Wettbewerbsvoraussetzungen während der laufenden Spielzeit zusammenfassen?
Schon die grundsätzliche Entscheidung ist im Sinne der sportlichen Fairness zu kritisieren, aber die Änderung während des laufenden Wettbewerbs zu beschließen und durchführen zu wollen, grenzt schon an Wettbewerbsverzerrung. Sportlich fair ist dies jedenfalls nicht!
Um eine ausführliche Antwort wird gebeten.
Mit sportlichen Grüßen
Fankreis VfB Lübeck
Solltet Ihr derselben Auffassung wie der Fankreis sein, so schickt diesen Brief (postalisch, per Fax oder per eMail) ebenfalls an den SHFV und zeigt, dass wir uns nicht kommentarlos einer derartigen Wettbewerbsverzerrung unterwerfen werden!
